Reisetagebuch

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN...

CAMPUS Wirtschaftsreise CHINA (11.05. – 19.05.2012)

von Jessica Buchmeier 

 

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China. Neues Zentrum der Weltwirtschaft.

Entdecken Sie die Wiedergeburt einer Weltmacht

 

China ist „Exportweltmeister“, „Fabrik der Welt“, eine der ältesten Kulturen und größtes Volk der Erde. Kein anderes Land trägt so viele Superlative wie China, das Reich der  Mitte. Doch was aus europäischer Sicht wie ein Aufstieg aus dem Nichts erscheint, ist  vielmehr die Rückkehr eines Giganten, bei dem es sich lohnt, hinter die Kulissen zu schauen.

 

Was China-Reisende berichten

Auf eine Bezeichnung stößt man immer wieder: China, das Land der Kontraste. China-Reisende berichten von den dynamischen, energiegeladenen Städten genauso wie vom einsamen Bergdorf, in dem man eine zu Boden fallende Stecknadel hören kann. Die weltberühmte Skyline Shanghais könnte in keinem größeren Kontrast stehen zum abgelegenen Mönchskloster, das jedoch genauso zu der riesigen Nation gehört. Allein die landschaftliche Vielfalt der Volksrepublik berauscht den Besucher. Viele lässt das Land nicht mehr los. Erfahrene China-Reisende schildern ihre Eindrücke: Im Land vollziehen sich atemberaubende Veränderungen. Was sind die Gründe für diese Dynamik? 

 

Höhepunkte einer 5000 Jahre alten Kultur

An jeder Straßenecke stößt der China-Besucher auf Relikte der 5000-jährigen Kultur. Mehr als 30 chinesische Bauwerke zählen zum Weltkulturerbe, darunter die Terrakotta-Armee oder die Große Mauer, und  zeugen von Chinas historischer Dominanz. Buchdruck, Schwarzpulver und Magnetkompass werden bei uns meist für europäische Erfindungen gehalten. Die Chinesen machten diese revolutionären Entdeckungen allerdings schon Jahrhunderte vor uns und waren lange Zeit die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Durch Verbesserungen der Agrartechnik war Chinas Landwirtschaft weit produktiver als die europäische. Christoph Kolumbus, größter Seefahrer aller Zeiten? Jahrzehnte früher beherrschte China die Weltmeere mit einer Flotte, die erst im 1. Weltkrieg übertroffen wurde und Schiffen, die doppelt so groß waren wie jene von Kolumbus.

 

Aber China ist nicht nur ein Museum. Der alte Erfindergeist ist tief in der chinesischen Kultur verwurzelt. Selbst im kalifornischen Silicon Valley, dem bedeutendsten Technologiezentrum der Welt, stellen heute 70.000 chinesische Ingenieure eine der wichtigsten Gruppen. Bei jeder dritten Unternehmensgründung sind dort Asiaten mit dabei.

 

Das Volk der Händler und Kaufleute

Die Staatsreformen seit Ende der 70er Jahre legten nach Jahrhunderten selbst gewählter Isolation, militärischer Niederlagen, Bürgerkrieg und Kulturrevolution den Grundstein für Chinas unvergleichlichen Wiederaufstieg bis zum heutigen Tage. Nach dem Tod Mao Zedongs bekam die Planwirtschaft marktwirtschaftliche Elemente, die sich in der Nation der Händler und Kaufleute als äußerst erfolgreich erwiesen. Einkommen und Lebensstandard begannen zu steigen. Das Reich der Mitte hat gemeinsame Grenzen mit 14 Ländern. Daher verwundert es nicht, dass China heute mit Erfolg zur exportorientierten Marktwirtschaft übergegangen ist und Deutschland den alten Titel des „Exportweltmeisters“ abgenommen hat.

 

Konfuzius sagt: Leben heißt Lernen

Erfinder, Ingenieure, erfolgreiche Kaufleute und Händler – Titel, die nicht ohne eine  exzellente Ausbildung möglich wären. Der Vorsatz des lebenslangen Lernens ist tief in der konfuzianischen Lehre verwurzelt. Nirgendwo sonst wird so viel privates Geld in die Bildung der Kinder investiert wie in China, unabhängig vom Wohlstand der Eltern. Alles dreht sich um das Kind. In härtesten Auswahlverfahren werden wenige tausend Studenten aus Millionen Bewerbern ausgesucht, die schließlich die Elite-Universitäten besuchen dürfen, die beruflichen Erfolg und Wohlstand versprechen. Die Teilnehmer dieser Verfahren sind es gewöhnt, bis tief in die Nacht zu lernen und zu arbeiten. Allein der Umfang der chinesischen Schrift, die 50.000 Zeichen umfasst, macht deutlich, welche Ansprüche bereits in der Kindheit gestellt werden.   

 

Das 21. Jahrhundert: China besetzt Schlüsseltechnologien

Mit Stolz auf seine Geschichte und Kultur, Ingenieuren und Wissenschaftlern auf Weltniveau und weit verzweigten Handelsbeziehungen ist China auf dem Weg zurück zur Weltmacht. Schon heute besetzt das Land die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts, ist u.a. führend in der Biotechnologie, Chip-Industrie und weltgrößter Produzent von IT-Hardware. Mit dieser Marktmacht ist China in der Lage, technologische Standards zu setzen und diese weltweit zu verbreiten.

 

Auswirkungen auf Deutschland und die Weltwirtschaft

Die Auswirkungen spüren wir selber täglich. Wer hält nicht mindestens einmal am Tag ein in China hergestelltes Produkt in den Händen? Ein Kleidungsstück, eine Digitalkamera oder sogar das neue iPhone? Die Effekte auf die globalen Märkte sind riesig und nicht aufzuhalten. Auch der chinesische Binnenmarkt kann gar nicht überschätzt werden. Der Nachholbedarf an Konsumgütern ist groß, China ist z.B. der größte Handymarkt der Welt.  Mit weiterer Urbanisierung, verbesserter Infrastruktur und einer immer größer werdenden Mittelschicht bleibt das Land Zentrum der Dynamik für die ganze Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten.

 

Warum es sich lohnt, dabei zu sein

Sei es ein Lebensmittelproduzent in Shanghai, ein medizinisches Testlabor in Guangzhou oder ein Windturbinenhersteller in Zhongshan: Tausende Unternehmen bauen ihren Erfolg auf dem Rücken des Giganten China. Die Frage nach der Finanzierung liegt nahe, und Private Equity ist an vorderster Stelle mit dabei. Eine klare Vorstellung von den Möglichkeiten, die das Land bietet, kann man sich nur vor Ort machen: mit Besuchen bei Unternehmern und Managern, die authentisch von den Entwicklungen erzählen können oder beim Erkunden der jahrtausendealten Städte, in denen Sie trotzdem die modernsten Hochhäuser der Welt vorfinden.  Vielleicht kehren Sie auch zurück als China-Reisender, den das Land nicht mehr loslässt.