Reisetagebuch

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN...

CAMPUS Wirtschaftsreise CHINA (11.05. – 19.05.2012)

von Jessica Buchmeier 

 

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Land der Gegensätze

Um die Entwicklung eines Landes auch nur ansatzweise verstehen zu können, müssen wir vor Ort sein und die Gelegenheit nutzen, Land und Leute kennenzulernen. Die vom Bildungsinstitut CAMPUS WIRTSCHAFTSREISEN organisierte Reise nach China, die vom 13. – 21. Mai 2011 stattfand, war glänzend geplant und gespickt mit Besichtigungen von Zielunternehmen aus dem Portfolio des Wirtschaftspartners RWB. Eine gelungene Kombination.

Die gesellschaftlichen Errungenschaften und Werte, die eine Nation motivieren und den Boden für wirtschaftlichen Erfolg ebnen, kann man nur aus dem kulturellen Kontext eines Landes heraus verstehen. Dies wurde im Verlauf der Chinareise immer klarer. Tradition beeinflusst, ja prägt die Moderne.

Für was steht China im 21. Jahrhundert?

Die Chinesen sind Exportweltmeister, verhaftet in einer der ältesten Kulturen und größtes Volk der Erde. Superlative über Superlative. Wolkenkratzer gepaart mit relativer Armut, dicht zusammen. Auf eine Bezeichnung stößt man beim Besuch des Reichs der Mitte immer wieder: China ist ein Land der Kontraste. Diesen Eindruck kann ich nur bestätigen.

„Konfuzius sagt: Leben heißt lernen“ – der Rekurs auf die Historie ist den Chinesen sehr wichtig und wird ständig untermauert.

Die erste Station unserer Reise führte uns zur Verbotenen Stadt und der Chinesischen Mauer. Letztere erstreckt sich über knapp 9.000 km – unvorstellbar. Aber der Ausblick nach dem Erklimmen eines Teilstücks entschädigt für die „Strapazen“ bei 35° Celsius. Next Stop: X´ian. Diese Stadt, etwa 1,5 Stunden mit dem Flugzeug von der Hauptstadt entfernt, gilt als die Vergangenheit Chinas. Dies ist keineswegs abwertend gemeint, zumal die berühmte Terrakotta-Armee, die 1974 von einem einheimischen Bauern zufällig entdeckt wurde, wirklich sehr sehenswert ist. Eine Ruhepause gibt es nicht wirklich, aber dies war mir schon vor Reiseantritt klar. Somit geht es weiter in die Boommetropole Shanghai. Wir flanieren auf dem Bund, der Uferpromenade Shanghais mit Blick auf das Wirtschaftszentrum, und staunen angesichts der lichtdurchfluteten Gebäude.

Die Teilnahme am parallelen RWB Wirtschaftsprogramm war verbunden mit einigen Unternehmensbesichtigungen. Bei spielhaft erwähne ich an dieser Stelle die Fengrun New Energy Equipment – eine Firma, die Bauteile für Windturbinen produziert. China ist bereits heute der weltgrößte Absatzmarkt für Windturbinen, und die Zukunftsaussichten sind weiter vielversprechend. Sehr aufschlussreich war auch der Besuch des Zielfonds Tripod Capital. Das Managementteam verfügt über langjährige und nachhaltige Erfahrung im M&A- und Turnaround-Bereich des chinesischen Markts. Das in der Vergangenheit erworbene Know-how wird bei der erfolgreichen Restrukturierung von primär staatlich kontrollierten Unternehmen eingesetzt. Die Zielfonds und -unternehmen machen insgesamt einen sehr guten Eindruck.

Resümee. China ist dabei, seine Wirtschaft von einer Produktions- auf eine Konsumwirtschaft umzustellen. Statt nur auf den Export zu setzen, soll der Binnenkonsum wichtiger werden. Dies ist Ziel des neuen 5- Jahres-Plans und wird bei Diskussionen deutlich. Die Regierung schraubt deswegen am Steuersystem und am sozialen Sicherungssystem, damit die Leute mehr Geld zum Ausgeben haben. Inwieweit das Thema „soziale Unruhen“ virulent werden könnte, bleibt abzuwarten. Eine sehr lohnenswerte Reise – großes Lob auch an die Online-Reiseagentur AMAZING CHINA – geht nach acht Tagen zu Ende. Fortsetzung folgt...

Quelle: Finanzwelt Ausgabe 04/2011

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